Ein Ich wächst in mir wie Gras, wie Veilchen, wie Baum, wie Wald
Dieser Roman ist die Chronik einer weiblichen Sozialisierung in Österreich, die vor der 2.Welle des Feminismus einsetzt und sich über mehr als vier Jahrzehnte – 1960-2005 – spannt.
Die verschiedenen Stationen des Lebens der Protagonistin werden aufgefächert und zu einem Ganzen verwoben:
Kindheit, Familie, Studienzeit, Leidenschaft für die französische Sprache, Auslandsaufenthalte in Frankreich und USA, Körper, feministisches Bewusstsein, persönliche Schicksalsschläge, Beziehungen, Afrika, etc.
Das Ich schreitet das Geworden-Sein zwischen Einsamkeit und Liebesfähigkeit ab. Nicht weniger als alles ist von Bedeutung, wenn eine Frau ein Mensch werden und bleiben will. Schicht um Schicht werden patriarchale Paradigmen abgestreift.
Verlegerin Eleonore Weber:
Dieses Buch drückt das Politische in der Zeit aus, stellt es in einer Gegenwartsform dar, nicht in einem Rückblick und auch nicht in einem Urteil. Vor allem über die Dinge und das Alltägliche stellt sich ein Konsens ein, dass Lesende denken: „Genauso war es!" und dann wird es lebendig. Das Buch schafft es, in der Zeit zu sein.
Das ist vielleicht das Poetische: wie es in dieser sinnlichen Form lebendig wird. Persönlich, ehrlich und berührend schildert die Protagonistin Authentisches in der Zeit, mit Tiefgang im Detail.
Der Feminismus kommt ohne Überbau daher. Die Frau-Werdung wird ohne Orthodoxien, ohne Doktrinen und ohne erhobenen Zeigefinger erzählt. Ein Flow, ein Sog entsteht.
